

Pflegeaustauschschüler bei der Württembergischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz e. V. am 15.03.2012

Mohamed Hussein Abdisalam hat einen weiten Weg hinter sich. Vor dem Bürgerkrieg in seiner Heimat Somalia geflohen, kam der Pflegeschüler zunächst nach Kenia, um von dort vor rund drei Jahren nach Schweden zu emigrieren. Und nun saß er an einem sonnigen 15. März im Vortragsraum der Württembergischen Schwesternschaft vom Roten Kreuz e. V. in Stuttgart, um mehr über die Organisation zu erfahren.
Abdisalam besuchte die Stuttgarter Rotkreuzschwestern gemeinsam mit Sarah Tuccu, einer gebürtigen Eritreerin. Auch sie musste ihr von kriegerischen Konflikten gezeichnetes Land verlassen und hat in Schweden eine neue Heimat gefunden. Neben ihrer Flüchtlingsgeschichte verbindet Abdisalam und Tuccu ihr gemeinsamer Berufswunsch: Beide absolvieren die Ausbildung in der Gesundheits- und Krankenpflege in der schwedischen Stadt Bollnäs. Die Ausbildung soll ihnen eine berufliche Existenz in ihrer neuen Heimat ermöglichen.
Die beiden angehenden Pflegekräfte waren im Rahmen des dreiwöchigen Austauschprogramms "Leonardo da Vinci" zu Besuch in Deutschland. Organisiert wurde der Austausch bereits zum zweiten Mal von dem Kooperationspartner der Schwesternschaft, den Kliniken des Landkreises Göppingen gGmbH, gemeinsam mit BBQ Berufliche Bildung gGmbH. Ziel des vom Europäischen Sozialfonds geförderten Programms ist es, das gegenseitige Wissen über Gesundheits-, Krankenhaus- und Ausbildungssysteme zu vertiefen. Dazu hospitierten Abdisalam und Tuccu an der Klinik am Eichert in Göppingen - und besuchten unter anderem die Württembergische Schwesternschaft.
Das Rote Kreuz kannte Abdisalam bereits aus eigenen Erfahrungen. In Kenia hat er als Übersetzer für die Organisation gearbeitet. Doch die Institution der DRK-Schwesternschaften war neu für ihn. Entsprechend viele Fragen hatte er. Diese wurden ihm multimedial beantwortet: Mit Hilfe von Videomaterial, Powerpoint und Vorträgen entstand ein umfassendes Bild über Ziele, Aufgaben, Geschichte der Schwesternschaft und ihre Verbindung zur Rotkreuz- und Rothalbmondbewegung.
Der Nachmittag wurde zu einem regen Austausch zwischen den schwedischen Gästen und den Rotkreuzschwestern. Mit von der Partie waren an diesem Tag auch Sandra-Marie Eriksson und Helena Martensson. Die beiden machen ebenfalls ihre Pflegeausbildung in Bollnäs und hospitierten in einem Alten- und Pflegeheim.
"Was mir bei meinem Aufenthalt in Deutschland besonders gefallen
hat, ist die Freundlichkeit und Offenheit der Menschen hier", zog
Mohamed Hussein Abdisalam am Ende des gemeinsamen Nachmittags Resümee,
"Ich nehme jede Menge neue Erfahrungen mit." Bereits am übernächsten
Tag ging es für die Gruppe zurück nach Schweden.
